Trend: Tweed

Tweed. Ist dieses Wort gefallen, drängt sich mir folgendes Bild auf: Ein Engländer im khakifarbenen Tweedanzug trabt mit seinem Pferd in Richtung Fuchsjagd. Hinter ihm noch viel mehr Engländer in khakifarbenen Tweedanzügen. Dabei kann dieser Stoff noch so viel mehr.

Tweed existiert schon sehr lange, genaue Daten sind leider nicht auszumachen. Richtig ist, dass er damals vor allem für Reitbekleidung und –uniformen genutzt wurde. Aber auch auf dem Land war der dicke Stoff genau der richtige Beschützer gegen Regen und Nässe.

Um 1890 herum erlebte Tweed einen Wandel, Frauen fingen an, Tweed business-tauglich zu machen und trugen Hosen, Röcke und Jacken im meist karierten Look. Zu dieser Zeit prägte sich der Begriff ‘Tweed‘ für den bis dahin namenlosen Stoff. Abgleitet ist der Name vom schottischen ‘tweel‘, ähnlich dem englischen ‘twill‘, was im Deutschen ‘Köperbindung‘ heißt. Denn das ist das signifikante Charakteristikum von Tweed: Das schräg verlaufende Gewebe, das man sich wie ein winzig kleines Fischgrätmuster vorstellen kann. Der Tweedstoff ist meist handgewebt, Einstreuungen aus grobem Wollgarn oder glitzernden Lurexfäden setzen besondere Akzente.

Heutzutage wird Tweed von vielen Designern verwendet und lässt sich gerade im Winter in Röcken, Hosen und Jacken wiederfinden. In den 1950er und -60ern machte Coco Chanel den Stoff populär. Sie zauberte Hosen, Jacken und Anzüge mit passenden Accessoires, die auch heute nicht mehr aus der Modewelt wegzudenken sind. Jüngst erlebte Tweed im Jahr 2003 wieder ein Aufleben: Vor allem in Pastellfarben machte der Stoff auf sich aufmerksam, nun aber legerer kombiniert mit lässig geschittenen Hosen oder Blue Jeans. Auch verlor er seine Businessbelastung und kann inzwischen getrost in der Freizeit getragen werden. Dazu kommt, dass der Stoff an Schwere und Dicke verloren hat und so sommertauglich geworden ist.

Eine weitere neue Entwicklung sind die gewagten Stoffkombinationen, die eine Tweed-Hose oder ähnliches zu einem Erlebnis machen: Ob mit Seidenschleifen, Jeansrand, oder Chiffoneinsätzen. Je kontrastreicher die Stoffe, desto atemberaubender. Auch ich habe mir kürzlich eine dieser wunderbar warmen Tweed-Hosen gekauft. Eine Investition, die sich lohnt.

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admin am Januar 6th 2010 in Geschichte