Die Jodhpur Hose
An diesem Kleidungsstück scheiden sich wahrlich die Geister. Die Jodhpurs – Hosen werden entweder geliebt oder gehasst. Ursprünglich kommen diese außergewöhnlichen Hosen aus der indischen Stadt Jodhpur, wo sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfunden wurden. Im damaligen indischen Fürstentum Dschodhpur wurden zunächst klassische indische Reithosen getragen. Engländer, die damals in dem Fürstentum stationiert waren, entwickelten auf Grundlage dieser gewöhnlichen Reithosen die extrem bequemen Jodhpurs – Hosen, die sich als ideale Bekleidung zum reiten entpuppten. Ob diese Hosen dann letztendlich beim Nationalsport der Engländer, dem Polo-Spiel, oder von der dort stationierten Kavallerie getragen wurden war den Briten einerlei.
Der Schnitt dieser Hosen ist aber auch optimal um sie auf Pferderücken zu tragen. Die Länge ist meist nur knöchellang und an der Innenseite sind die lässigen Hosen häufig mit einem abriebfesten Material, wie z.B. Leder, verstärkt. Vom Knie aufwärts sind die Jodhpurs weiter geschnitten und werden nicht mit den klassischen Schaftstiefeln, sondern mit Halbstiefeln getragen. Diese Stiefel werden deshalb auch als „Jodhpur-Stiefel“ bezeichnet. Sie sind leicht überknöchelhoch geschnitten und haben einen flachen und bequemen Absatz. Um den Schaft herum verläuft auf Knöchelhöhe ein praktischer verstellbarer Riemen. Desweiteren haben die Kurzstiefel keine Verzierungen und bestechen optisch durch ihre einfache Schlichtheit. Quellen zufolge wurden die Jodhpur-Stiefel ebenfalls von britischen Soldaten erfunden, die ihre Jodhpur-Hose mit dem praktischen Riemen an den Stiefeln fixiert haben.
Bei heutigen Freizeitreitern erfreuen sich die moderneren Jodhpur- Hosen, die eng geschnitten sind und ein leicht ausgestelltes Bein haben, großer Beliebtheit. Manchmal findet man neben Jodhpurs auch die Bezeichnungen Palazzo- oder Sarouel-Hose. Die Palazzo-Hosen haben ihren Namen von dem italienischen Wort für Palast und charakterisieren sich durch den besonders weiten Schnitt im Beinbereich. Daneben gibt es mittlerweile viele weitere Bezeichnungen wie „Pluderhosen“, „Aladinhosen“, „Pumphosen“ oder auch „Haremshosen“, die alle ähnliche Hosentypen wie die Jodhpurhose bezeichnen. Egal wie man diese Kleidungsstücke nennen mag, seit Herbst 2008 sind sie wieder auferstanden und tummeln sich auf den Laufstegen dieser Welt. Bekannte Designer wie Hermès, Balenciaga, Louis Vuitton oder Yves-Saint Laurent haben die Jodhpurs- Hosen für die Fashionistas neu erfunden.
Die Schnitte der Jodhpur-Hosen sind nun englangliegender und besonders hochwertige Stoffe in dezenten Farben sorgen für einen eleganten Look. Die Palazzo-Hose oder auch Pluderhose unterscheidet sich allerdings von den Jodhpurs, da sie besonders stark ausgestellte Beinpartien haben und mit einem taillenhohen Bund versehen sind, der für einen feminine Silhouette sorgt. Die Sarouel-Hose, die auch als Harems- oder Pumphose bekannt ist, hat tatsächlich ihren Ursprung im Orient. Der Schritt hängt hierbei sehr tief und verleiht einen Look, der an einen Mix aus Hose und Rock erinnert.
admin am Dezember 9th 2009 in Hosen-Typen