Die Schlaghose
Die Form der Schlaghose ist einfach außergewöhnlich: Oben sehr eng geschnitten und ab dem Knie nach unten hin weit und trichterförmig ausgestellt. Damit Du in solchen Hosen gut aussiehst, solltest Du enge Oberteile tragen und mit langen Beinen glänzen können.
Wahrscheinlich kommt der Name „Schlaghose“ ursprünglich daher, dass beim Gehen die Hosenbeine immer aneinander schlugen. In der heutigen Zeit bezeichnet man als Schlag einfach den trompetenförmigen Schnitt der Hosen. Die englische Bezeichnung „Bell Bottoms“ bezieht sich auf die trompetige bzw. glockige Form der Schlaghose wenn man sie von der Seite betrachtet.
Bis Anfang der 60er Jahren trugen ausschließlich Matrosen und Zimmermänner als Berufsbekleidung solche Hosen. Die zusätzliche Erweiterung der Hosen bedeckte fast den ganzen Schuh und sollte diese und die Fußgelenke vor Wasser und Schmutz schützen. Die Modeszene entdeckte die Schlaghosen erst in den 60er und 70er Jahren, als die berühmte und wilde Hippie-Braut Uschi Obermaier mit ihrem VW-Bus kreuz und quer durch die Länder brauste. Für die gesamte Hippiebewegung waren diese Hosen das Modesymbol schlechthin. Am Unterschenkel oft mit coolen Kellerfalten und mit Silberkettchen verziert, waren die Schlaghosen einfach schick und trendy. Wollte man den perfekten Hippielook, musste man nur beachten, dass der Bund möglichst hoch und taillenformend angesetzt war und die Hosen an den Oberschenkeln richtig eng anlagen. Ab dem Knie musste die Schlaghose dann so weit wie möglich ausgestellt sein.
Sowohl bei Männern als auch bei Frauen war dieses modische Kleidungsstück überaus beliebt. Das führte zwangsläufig dazu, dass die Männer in den engen Hosen ziemlich feminin aussahen. Die damals bei beiden Geschlechtern gleichermaßen beliebten Langhaarfrisuren verstärkten dieses Bild noch zusätzlich. 1969 beim berühmten Woodstock-Festival galten die Schlaghosen in Europa schon nahezu als Uniform der Hippies.
Mit den Schlagwörtern Kiffen, freie Liebe und Schlaghosen konnte letztendlich eine ganze Bewegung einfach aber treffend charakterisiert werden. Nicht nur Festivalgänger, sondern auch die Musiker waren von den Schlaghosen angetan. Dabei zog sich der neue Hosentrend durch alle Musikrichtungen und wurde mit kreischend bunten Westen und abenteuerlichen hohen Plateauschuhen kombiniert.
Ab den 80er Jahren verschwanden die ehemals so beliebten Hosen komplett aus dem Straßenbild und es wurden wieder Modelle mit gerade geschnittenem Bein bevorzugt. Seit Mitte der 90er findet man die Schlaghose allerdings wieder an Modeliebhabern. Besonders bei Jugendlichen sind diese Hosen überaus beliebt und werden auch ständig neu interpretiert. Vor allem in der Raver-Szene ist ein Event ohne Schlaghosen nicht mehr denkbar. Die Hosen sind dabei aus Nylonmaterial, oft in glänzendem Stil, nicht mehr in Taille sondern auf der Hüfte zu tragen und der Schlag weitet sich schon ab dem Gesäß.
admin am September 9th 2009 in Hosen-Typen